Denken Sie darüber nach, ihre Firma zu verkaufen, oder suchen Sie für ihre Firma einen geeigneten Nachfolger? Zu welchem Preis können Sie Ihre Firma möglichen Investoren anbieten und wie kann überhaupt der Wert einer Firma gemessen werden?

Im Laufe der Jahre haben sich verschiedene Vorgehensweisen entwickelt, die je nach Methode ein anderes Bild Ihres Unternehmens zeichnen. In diesem Blogbeitrag erklären wir die sieben gängigsten Methoden, mit denen man den Firmenwert evaluieren kann. So sind Sie künftig in der Lage, die verschiedenen Ansätze selbst zu verstehen und einzuordnen.

Substanzwert-Methode
Beginnen wir mit der einfachsten der Methoden. Bei der Substanzwert-Methode werden die Werte der Aktiven zusammengezählt, inclusive Ihres Umlaufvermögens. Weiterhin werden alle Stillen Reserven dazu gezählt, die möglicherweise nicht direkt in der Bilanz ersichtlich sind. Sie erhalten dadurch Ihren Brutto-Substanzwert.

Anschliessend ziehen Sie die latenten Steuern auf diese stillen Reserven sowie das kurz- und langfristige Fremdkapital ab. So ermitteln Sie den Netto-Substanzwert Ihrer Firma. Dieser Wert stellt eine Bestandsaufnahme aller Vermögenswerte Ihres Unternehmens dar, ohne jedoch Ihre zukünftigen Gewinne zu berücksichtigen.

Ertragswert-Methode
Im Gegensatz zur vorherigen Methode wird bei der Ertragswert-Methode die Firma stärker als Investition gewichtet und dementsprechend das Augenmerk auf die möglichen Gewinne gelegt.

Auf Grundlage der letzten Erfolgsrechnungen ermitteln Sie den bereinigten Betriebsgewinn, also den Gewinn nach Abzug betriebsfremder und privater Aufwände. Diese Kennzahl zeigt auf, welches Ertragspotenzial das Unternehmen für potenzielle Käufer in Zukunft bietet und ob es im Vergleich zu alternativen Anlagen, wie etwa Staatsanleihen, eine höhere oder niedrigere Rendite erzielen kann. Dabei fliesst ein entsprechender Risikozuschlag in Form eines Zinssatzes in die Bewertung ein.

Discounted-Cashflow-Methode (DCF)
Die DCF-Methode stammt ursprünglich aus dem angelsächsischen Raum und legt den Fokus stärker auf die Zukunft als auf die Vergangenheit. Auch hier steht die Frage im Zentrum, welche Erträge das Unternehmen künftig erwirtschaften kann. Grundlage dafür bildet der Cashflow, also vereinfacht der gesamte Geldzufluss abzüglich der anfallenden Aufwände. Im nächsten Schritt diskontieren Sie die zukünftigen Cashflows, um ihren heutigen Wert zu bestimmen. So erhalten Sie den sogenannten Barwert und damit eine Einschätzung der künftig zu erwartenden, abgezinsten Erträge des Unternehmens.

Praktiker-Methode
Die Praktiker-Methode, auch als Mittelwertmethode bekannt, kombiniert den Substanz- und den Ertragswert. Da beide Ansätze unterschiedliche Schwerpunkte setzen, hat sich in der Praxis gezeigt, dass eine Verbindung beider Methoden eine ausgewogene Einschätzung ermöglicht. So berücksichtigen Sie im Firmenwert nicht nur die vorhandene Substanz, sondern auch die Ertragskraft des Unternehmens. Für die Berechnung addieren Sie Substanz- und Ertragswert und bilden daraus den Durchschnitt.

Das Multiplikator-Verfahren
Bei diesem Verfahren multiplizieren Sie eine zentrale Kennzahl Ihres Unternehmens mit einer Vergleichsgrösse, dem sogenannten Multiplikator. In der Praxis dient meist der Gewinn als Ausgangsbasis, der mit einem branchenüblichen Faktor kombiniert wird.

Diesen Multiplikator wählen Sie so, dass er sich an tatsächlich verkauften Unternehmen orientiert, die eine ähnliche Grösse und Struktur aufweisen. Der Vorteil dieser Methode liegt in ihrer Nähe zum Markt, da sie sich an realen Transaktionen und branchenüblichen Werten ausrichtet.

P/E-Ratio
Das in der Praxis am häufigsten vorkommende Beispiel des Multiplikator-Verfahrens, ist die namhafte Price-to-Earnings Methode, die sinngemäss aus dem Quotient von Kurs und Gewinn berechnet wird. Konkret bedeutet das, dass man das Verhältnis von der Börsenkapitalisierung zum Gewinn eines kotierten Unternehmen mit dem eigenen Unternehmen vergleicht. Durch das gleiche Verhältnis lassen sich zwei unterschiedliche Firmen, die im Markt und in ihrer grundsätzlichen Struktur vergleichbar sind, mit einem spezifisch geeigneten Vielfachen vergleichen.

Die EBIT-Methode
Bei dieser Methode wird der Firmenwert anhand des erzielten Nettoertrags berechnet, ohne Steuern und Zinsen zu berücksichtigen, daher auch der Name: Earnings Before Interest and Taxes.

Bei dieser Kennzahl werden mögliche Investoren ein Vielfaches des EBIT-Werts Ihrer Firma bezahlen. Der Preis liegt je nach Firma im Bereich des 5- bis 7 fachen des EBIT-Betrags. Unterschieden wird dabei, um welche Firmengrösse es sich handelt. Wenn von KMU die Rede ist, dann wird entsprechend der untere Wert verwendet. Die EBIT-Methode liefert eine realistische Einschätzung, solange das Unternehmen kontinuierlich Gewinne erwirtschaftet.

Nachfolgeplanung

Planen Sie, Ihre Firma irgendwann zu einem attraktiven Preis zu verkaufen? Haben Sie schon an die steuerlichen Aspekte gedacht? In Ihrer persönlichen Nachfolge-Analyse erfahren Sie, worauf es ankommt und welche Schritte Sie frühzeitig einleiten können, um die Übergabe reibungslos zu gestalten.

Seit über 30 Jahren begleitet Hans Jürg Domenig Unternehmer bei der Regelung ihrer Firmennachfolge. Mit seiner Erfahrung bei der ANSATZ AG Firmen-Nachfolge-Verkauf steht er Ihnen als kompetenter Ansprechpartner zur Seite.